Die Geschichte der Podologie  

Die Lehre des Fußes, oder genauer, die nichtärztliche Fußtherapie hat ihre Ursprünge in der Zeit um 1500 v. Chr., als man mit allerlei Ingredienzen den Fußübeln zu Leibe rückte.
Eine Blütezeit erlebten unsere podologischen Vorfahren im Mittelalter, als sie noch Bader hießen. Damals genossen sie hohes Ansehen beim Volke, galten als Heilkundige, die sogar niedere Chirurgie verrichten durften, wobei es einerlei war, ob jemand Zähne oder Fußnägel zog.
Erst 1952 wurde der erste Berufsverband gegründet und es sollten noch 50 Jahre vergehen, bis im Jahre 2002 das Podologengesetz eine bundeseinheitliche Regelung für staatlich geprüfte Podologen schuf.

 

Berufsbild der Podologie

Als Angehöriger eines medizinischen Assistenzberufes und aufgrund seines spezifischen Wissens, ist der Podologe in der Lage, besonders bei Risikopatienten, wie Diabetikern, Antikoagulierten oder Patienten mit Gefäßerkrankungen, im Rahmen der Fußbehandlung tätig zu werden.
Dies erfolgt nicht nur im pflegerischen Sinne, sondern auch unter Anwendung spezieller podologischer Verfahren, die Kenntnisse in Waren- und Materialkunde, Arzneimittelkunde, physikalischer Therapie etc. erforderlich machen. Der Podologe unterstützt die Arbeit des Arztes und kooperiert mit anderen Berufsgruppen, wie Orthopädieschuhtechnikern, Krankenpflegern und Physiotherapeuten.
Podologen arbeiten auf Anweisung des Arztes, agieren jedoch auch in eigener Verantwortung bei der Erkennung krankhafter Veränderungen am Fuß, Durchführung präventiver Maßnahmen und Beratung bei Fußproblemen.
Der Podologe stellt oftmals die erste Kontaktstelle für Patienten mit Fußerkrankungen dar und führt diese den entsprechenden Fachärzten zu.
Demzufolge kann man sagen, dass das neue Berufsbild des Podologen eine wichtige Lücke im Kreis der Heilhilfsberufe schließt und somit wesentlich zur Volksgesundheit beitragen kann.
Die Tatsache, dass kurz- oder nicht ausgebildete Personen selbstständig gewerbliche Fußpflege ausüben dürfen, ist in den seltensten Fällen der Öffentlichkeit bekannt.
Allseits beliebte Attribute, wie „medizinisch“ oder „diabetisch“ werden von fußpflegerisch Tätigen gerne zu Werbezwecken missbraucht und fördern den Glauben an eine qualifizierte Ausbildung. Ein aktuelles Urteil aus dem Jahre 2003 verbietet erstmals einer Nicht-Podologin den Zusatz „medizinisch“ in Ihrer Tätigkeitsbeschreibung.